Die Hospitaliterzitadelle
Die vier Trakte der Hospitaliterzitadelle
umgeben einen Innenhof.
Der Nordtrakt wurde in die nördliche
Stadtmauer eingefügt, so daß die Zitadelle zum Schutz des
Mauerrings und des Haupttors auf der Nordseite beiträgt. Dieser Trakt
besteht aus neun langen schmalen Hallen, von denen Nr. 1 bis 6 als
Magazine, 7 und 8 als Wasserspeicher dienten (gespeist durch den Regen,
der auf das Dach der Zitadelle fiel); Halle Nr. 9 war der nördliche Zugang
zum Innenhof.
Der Osttrakt enthält einen weitläufigen
Saal – 35 mal 40 Meter – mit Kreuzgewölbedecke auf quadratischen Pfeilern,
Türöffnungen nach Norden und breiten Fenstern nach Westen und Süden, in
dem die Ordensritter Versammlungen abhielten und Zeremonien zelebrierten.
Im Südtrakt wurde ein prächtiger Saal
freigeleg, auch dieser mit Kreuzgewölbedecke, aber auf drei besonders
dicken runden Säulen. Der Saal ist reich verziert, mit Ornamenten am
Ursprung der Deckengewölberippen. Zwei Öffnungen blicken auf den Innenhof:
eine Tür nach Osten und breite Fenster nach Süden. Anscheinend diente
dieser Saal den Ordensbrüdern als Refektorium. An ihn stößt ein weiterer
Saal, ebenfalls im Südflügel. Dieser Saal ist noch nicht freigelegt
worden, es ist jedoch anzunehmen, daß er als Küche diente.
Der Westtrakt war zweistöckig und diente als
Truppenunterkunft.
Im Nordteil dieses Trakts wurden sanitäre
Anlagen gefunden, ebenfalls in zwei Stockwerken, mit rund dreißig
Toilettenzellen je Stockwerk. Das Abwasser daraus wurde durch Rohre in den
Wänden in eine unterirdische Kloake und aus dieser in den städtischen
Hauptabwasserkanal geleitet.
Der westliche Wohntrakt und der südliche
Refektoriumstrakt unterscheiden sich dyurch ihren prächtigen gotischen
Baustil deutlich von den anderen Trakten, weshalb anzunehmen ist, daß sie
aus späterer Zeit stammen.
Die südliche Straße
Südlich der Hospitaliterzitadelle wurde eine
innenstädtische Straße freigelegt, die das Gelände des
Hospitaliterviertels durchquerte. Von dem Tor in der nördlichen Stadtmauer
aus (dem sogenannten St. Johannistor) ging die Straße nach Süden die
östliche Mauer des Viertels entlang. Von da aus wandte er sich nach Westen
und ging zwischen der Zitadelle und der
St. Johanniskirche
hindurch. In etwa 50 Meter Entfernung bog die Straße wieder nach Süden ab
und führte auf das genuesische Viertel zu. An diesem Straßenabschnitt
befand sich ein riesiges Steintor, mit dessen Hilfe die Hospitaliter die
Straße im Notfall absperren konnten.
Von der südlichen Straße zweigte eine weitere
öffentliche Straße ab, die nach Osten zum Königsviertel führte. Diese zehn
Meter breite Straße ist ganz mit Steinplatten gepflastert. Seine Südseite
entlang wurde eine Reihe von Läden freigelegt.

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